Vorstratifizierung
Bevor die eigentlichen Erhebungen im Gelände starten, wird im Rahmen einer sogenannten Vorstratifizierung das Untersuchungsgebiet in kleinere Einheiten („Straten“) unterteilt. Diese Einheiten basieren auf ökologischen Faktoren wie Höhenlage, geologischem Untergrund, Hangneigung und regionaler Klimazone. So kann sichergestellt werden, dass alle wichtigen Standorttypen im Projekt angemessen berücksichtigt werden.
Datengrundlagen der Vorstratifizierung
Für die Vorstratifizierung und Standortklassifikation wurden verschiedene digitale Karten und thematische Datensätze kombiniert:
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Höhenmodell:
Ein digitales Höhenmodell (DGM) mit 100 m Auflösung bildete die Grundlage zur Analyse der Reliefverhältnisse und Hanglagen.
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Wuchsgebiete:
Die forstlichen Wuchsgebiete Österreichs (nach Kilian et al. 1994) wurden als ökologische Basiseinheiten herangezogen.
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Waldverbreitung:
Eine hochaufgelöste Waldmaske (5 m Raster) auf Basis von LiDAR-Daten diente zur Abgrenzung bewaldeter Flächen und zur Unterscheidung verschiedener Vegetationstypen (Wald, Gebüsch etc.).
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Geologie:
Eine geologische Übersichtskarte ermöglichte die Berücksichtigung von Substrattyp und Bodenbildungspotenzial.
Diese Datengrundlagen dienten als räumliches Fundament für die Ableitung der Straten – also jener Einheiten, in denen später Geländeerhebungen durchgeführt wurden.
Diese bereits bestehende Eingangsdaten – etwa zur Topographie, Geologie oder Vegetation – bildeten die Ausgangsbasis. Sie wurden im Rahmen des Projekts durch neue Geländeaufnahmen und gezielte Ergänzungen deutlich erweitert, um eine umfassende, standortgenaue Analyse zu ermöglichen.
Nach der Sammlung der Datengrundlagen folgte ein mehrstufiger Prozess, um sogenannte Straten zu bilden – also kleine, homogene Flächeneinheiten, die für die spätere Auswahl der Probenflächen entscheidend waren. Der Ablauf war wie folgt:
1. Erstellung von Rasterdaten
Zunächst wurden alle relevanten Informationen – etwa Waldverteilung, Höhenstufen, Hangneigung, geologische Eigenschaften – in Rasterdaten mit 100 m Auflösung überführt. Diese einheitlichen Raster legten die Basis für die Stratenbildung.
2. Kombination der Geoparameter
Die verschiedenen Raster (zum Beispiel Waldtyp, Exposition, Gesteinsgruppe und Höhenlage) wurden zu einem kombinierten Geoparameter-Raster zusammengeführt. Daraus entstanden 1.427 Straten – also einzigartige Kombinationen ökologischer Standortfaktoren.
3. Ableitung der Waldytpen
Für jede Strate wurde ein dominanter Waldtyp modelliert. Die Zuordnung erfolgte auf Basis bekannter Zusammenhänge zwischen Standortmerkmalen und Baumartenvorkommen. So konnte für jede Kombination von ökologischen Bedingungen ein typisches Waldökosystem beschrieben werden.
4. Auswahl der Beprobungsflächen
Die Straten dienten als Grundlage für die Auswahl der Untersuchungsflächen im Gelände. Pro Strate wurden – je nach Flächengröße – eine oder mehrere Probenpunkte definiert. Dabei wurde auf eine möglichst breite Abdeckung unterschiedlicher Geländeformen und Standorttypen geachtet.
5. Ziel: eine fundierte, flächendeckende Stichprobe
Am Ende standen mehrere hundert Straten zur Verfügung, die systematisch beprobt wurden. Diese Datengrundlage ermöglicht eine differenzierte Analyse und Modellierung von Waldtypen, Standorten und regionalen Entwicklungen – sowohl für die aktuelle Situation als auch für zukünftige Klimaszenarien.