Dendrochronologie
Die Analyse der Jahrringe
Um ein genaues Bild vom jährlichen Wachstum der einzelnen Bäume auf den untersuchten Waldflächen zu erhalten, werden die Breiten der Jahrringe mit dendrochronologischen Methoden analysiert. Zusätzlich wird das Alter der Bäume in Brusthöhe genau bestimmt.
Dazu entnehmen Aufnahmeteams an jedem Rasterpunkt mit Hilfe von Zuwachsbohrern Bohrkerne von ausgewählten Stämmen der jeweiligen bestandsbildenden Baumarten. Noch im Wald werden die Bohrkerne in Kartonhülsen verpackt, beschriftet und für den Versand vorbereitet.
Im Dendrolabor der BOKU in Tulln beginnt nach der Entnahme der getrockneten Bohrkerne die Präparation der Proben. Dazu werden die Bohrkerne exakt orientiert - d.h. der Querschnitt muss oben sein - auf beschriftete Trägerleisten geklebt. Um die Jahrringe auf dem Probenquerschnitt sichtbar zu machen, werden die Proben fein geschliffen und die Bohrkerne anschließend mit einem hochauflösenden Scanner digitalisiert. Die Messung der Jahrringbreiten, also des jährlichen radialen Wachstums der Stämme, erfolgt halbautomatisch mit Hilfe einer Software und wird visuell kontrolliert. Ein weiterer wichtiger Schritt bei der Auswertung der Bohrkerne ist der Vergleich mit Referenzen aus anderen Messungen derselben Region und Baumart, um sicherzustellen, dass jeder Jahrring dem richtigen Jahr zugeordnet wird (Synchronisation).
Insgesamt umfasst der Dendro-Datensatz von FORSITE II, der sich über die Bundesländer Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich erstreckt, 5469 Jahrring-Messreihen an 1987 Aufnahmepunkten von 30 verschiedenen Baumarten.