Dynamik
Wälder sind lebendige Systeme, die sich ständig verändern. Die dynamische Waldtypisierung hilft, diese Veränderungen besser zu verstehen. Mit neuen Technologien und wissenschaftlichen Methoden können wir untersuchen, wie Wälder auf Klimaänderungen reagieren und sich anpassen. Welche Baumarten sind in Zukunft noch geeignet, damit eine nachhaltige Forstwirtschaft gelingt? Können Lebensräume und Schutzfunktionen erhalten bleiben? Wie sieht der klimafitte Wald der Zukunft aus? Erfahren Sie mehr darüber, wie wir erforschen, wohin sich Waldstandorte entwickeln können, wo in der Forstwirtschaft neue Wege gegangen werden und welche Baumarten dafür geeignet sind.
Meilenstein für die Waldbewirtschaftung
Forstwirte planen über Generationen. Sie ernten die Bäume ihrer Vorfahren und pflanzen neue für ihre Enkel. Um die passenden Arten auszuwählen, achten sie auf die Ansprüche an Wärme, Wasser und Nährstoff. Bisher sind diese Standortseigenschaften als gegeben betrachtet worden. Durch den Klimawandel können sie sich aber während eines Baumlebens drastisch ändern. Wie Klima und Wasserhaushalt am Ende des 21. Jahrhunderts aussehen und wo sich die Rahmenbedingungen ändern, zeigt die dynamische Waldtypisierung. Daraus können wir ableiten, wo Wälder aktiv (um)gestaltet werden müssen, damit sie erhalten bleiben.
Waldstandorte im Profil
Klima | Wasser | Nährstoff
Was ist eine Standorteinheit?
Ein "Waldtyp" wird durch seine ökologischen Eigenschaften basierend auf Wärme-, Wasser- und Nährstoffversorgung charakterisiert. Dazu verwenden wir Klima- und Bodendaten, berechnen den Wasserhaushalt, bestimmen die Basenklasse uvm. Im Anschluss können passgenau aktuell und künftig geeignete Baumarten, standörtliche Gefährdungen etc. für diesen Standort beschrieben werden. Zudem entwickeln wir Behandlungsvarianten und Empfehlungen für die Bewirtschaftung im Kontext des Klimawandels. Die Ergebnisse dienen Förster*innen als "Werkzeugkasten" und werden für die forstliche Beratung grafisch, in Textform und als thematische Karten z.B. im Landes GIS bereitgestellt.
Der Klassiker: Fichten-Tannenwald
FT5ue | kühl-sehr kühl | sehr frisch | basenarm
Geeignete Baumarten: Fi | Ta | Lä | Ki | Zi | Dou + Bi | Vb
Fichten gedeihen am besten in höheren Lagen. Wenn es warm und trocken wird, leiden sie und werden anfällig für Borkenkäfer Invasionen. Tannen hingegen vertragen Schatten gut und bilden tiefe Wurzeln aus. Dadurch können sie lange unter dem Schirm anderer Bäume ausharren und halten dem Klimawandel besser Stand.
Der häufigste Waldstandortstyp in der Steiermark heute ist ein sehr frischer und basenarmer Fichten-Tannenwald-Standort, der in der sehr kühlen Nadelwald-Zone und der kühlen Mischwald-Zone auftritt - wir nennen ihn kurz FT5ue. Dieser Wald profitiert vom Klimawandel eher, denn Wasser wird auch in Zukunft noch genug vorhanden sein und die Temperaturen werden tendenziell milder. Beste Bedingungen finden sich hier für viele Nadelbäume wie Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer, Zirbe, Douglasie. Aber auch Birke und Vogelbeere kommen vor.
Link zur Charakterisierung auf einer Doppelseite: FT5ue