A

Absäumung

Das Saumschlagverfahren ist ein Verjüngungsverfahren, das den durch die Nutzung bedingt fortschreitenden Bestandessaum zur Naturverjüngung oder auch zur Kunstverjüngung nutzt. Es erfolgt der Hieb aller Bäume auf einem schmalen Streifen (1-2 Baumlängen) mit vorübergehendem seitlichem Schutz des Jungwuchses zur Verjüngung von Waldbeständen. Dieses Verfahren taugt für die Begründung von Schatt-, Halbschatt- und Lichtbaumarten. Dabei ist zu beachten, dass der Hiebsfortschritt immer gegen die Hauptwindrichtung erfolgt.

Anpassungsfähigkeit

Anpassungsfähigkeit ist ein wichtiges Attribut im Klimawandel. In Waldökosystemen beschreibt sie das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der sich ein Waldbestand an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann. Sie kann durch waldbauliches Handeln unterstützt werden, wie etwa durch den gezielten Anbau verschiedener Baumarten, die mit erwarteten Klimabedingungen gut zurechtkommen, aber auch durch das gezielte Fördern von entsprechenden Baumarten im bereits existierenden Bestand. Grundsätzlich gilt, dass Vielfalt an Baumarten, Struktur und Alter die Anpassungsfähigkeit von Waldbeständen unterstützen kann. Hier kann insbesondere auf Baumarten hingewiesen werden, die sowohl unter heutigen als auch unter zukünftigen Klimabedingungen eine hohe Baumarteneignung aufweisen. Diese können den Anpassungsprozess durch ihre Kontinuität erleichtern.

azonal

Azonale Vegetation, die in mehreren Zonen mit verschiedenem Allgemeinklima in ungefähr gleicher Form auftritt, weil sie von den gleichen Bodenfaktoren (z.B. Wasser) geprägt wird. Beispiel: Erlen-Bruchwälder, Moore, Schwemmland im Gegensatz zu zonaler und extrazonaler.

B

Basenklasse

Die Basenklassen geben Auskunft über die Basensättigung in Prozent: carbonatisch (c) und basengesättigt (g): > 90 % Basensättigung basenreich (r): 60 – 90 % Basensättigung mäßig basenhaltig (m): 35 – 60 % Basensättigung basenunterversorgt (u): 8 – 35 % Basensättigung extrem basenarm (e): < 8 % Basensättigung Darüber hinaus werden noch folgende Mischformen unterschieden: carbonatisch-basengesättigt (cg), basenreich-basenhaltig (rm), basengesättigt-basenhaltig (grm), basenarm (ue). Die charakteristische Abfolge von Basenklassen über Horizonte oder Schichten im Bodenprofil wird als Basenverlaufstyp bezeichnet.

Basensättigung

Unter Basensättigung wird der prozentuelle Anteil basischer Kationen (Ca2+, Mg2+, K+ und Na+) an der Kationenaustauschkapazität verstanden. Sie steigt mit zunehmendem pH-Wert des Bodens und ist ein wichtiger Kennwert zur Beurteilung der Trophie von Böden und für die Bodenklassifikation.

Baumarten

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Baumarteneignung

Jede Baumart hat gewisse Ansprüche an die Wärme-, Wasser- und Nährstoffversorgung, um auf einer Waldstandortseinheit gedeihen zu können. Die Eignung einer Baumart für eine bestimmte Kombination der einzelnen Standortfaktoren wird durch die physiologischen Ansprüche der Baumart, das Ausmaß der am jeweiligen Standort gegebenen Versorgung und der Berücksichtigung von möglichen Risikofaktoren (u.a. Trockenstress, Borkenkäferbefall) an diesem Standort charakterisiert. Die Eignung wird ausgedrückt durch einen Zahlenwert zwischen 0,1 und 10, wobei „10“ die höchste Eignung bezeichnet. Grundsätzlich wird ab einem Wert von „5“ von einer guten und ab dem Wert von „8“ von einer sehr guten Eignung gesprochen. Eignungswerte zwischen 2 und 4,9 werden als „mäßig“, Eignungswerte kleiner 1,9 werden als „nicht geeignet“ bezeichnet.

Baumholz

Bestandesentwicklungsstufe von älteren Beständen nach der Stangenholzphase über 20cm BHD; es wird von geringem (20-30 cm), mittlerem (25-50) und stärkerem (über 50cm) Baumholz gesprochen.

Bestand

Kollektiv von stehenden Bäumen, die in gegenseitiger Wechselwirkung stehen. Der Bestand ist hinsichtlich Standortseigenschaften, Artenzusammensetzung, Entwicklungszustand, Alter, Struktur und Aufbau meist einheitlich und stellt daher die kleinste Einheit für die Planung und Durchführung forstlicher Maßnahmen dar. Die Größe muss ausreichen, um ein typisches Innenklima zu entwickeln, in der Regel über 1 ha.

Bestockungsgrad

Verhältnis der Bestandesgrundfläche zwischen tatsächlicher Bestockung und den Angaben zur vollbestockten Grundfläche der Ertragstafel.

Bestockungsziel

Aufbau der künftigen Zielbestockung in der Baumholz- und Altholzstufe nach Mischung (Anteil der Baumarten nach Vorrat) und Struktur (Baumarten im Haupt- und Nebenbestand). Angabe meist in Zehntel (oder Prozentwerten).

Bodenart

Ergibt sich aus der Verteilung der Korngrößen im Boden, auch „Textur“. Sehr geringe Korngrößen führen zu einer sehr schweren (z.B. Ton) und sehr große Korngrößen zu einer sehr leichten Bodenart (z.B. Sand).

Bodenmächtigkeit

Beschreibt die Mächtigkeit des durchwurzelbaren Mineralbodens.

Bodentyp

Durch spezifische Prozesse der Bodenbildung entstandene Erscheinungsform des Bodens. Gibt Auskunft über den zu erwartenden Aufbau und die Eigenschaften der Bodenhorizonte (z.B. Braunerde, Gley, Rendzina).

Bodenverwundung

Oberflächliche Bodenbearbeitung mit Rechen, Fräsen oder Grubbern zur Durchmischung des Oberbodens mit der Humusauflage zwecks Verbesserung der Ansamungsbedingungen für die Naturverjüngung, vor allem für Rohbodenkeimer tauglich (Lärche, Kiefernarten, etc.). Auch als Vorbereitung zur Einbringung von Saat ist eine Bodenbearbeitung (Plätzeweise, flächig) empfehlenswert.

Brusthöhe

Wird oft als Höhenmaß für die Bestimmung des Durchmessers eines Baumes verwendet. Dabei wird in ca. 1,3 Meter Höhe mit einer Messkluppe der Durchmesser des betroffenen Baums ermittelt. Daraus leitet sich auch der Begriff Brusthöhendurchmesser ab.

D

Dauerwald

Bezeichnet eine Bewirtschaftungsform, bei der eine zeitlich und räumlich kontinuierliche Bestockung eines Standortes gewährleistet wird. Für Schattbaumarten können dazu vor allem Einzelstamm-Entnahmen getätigt werden. Dauerwald-Systeme für Lichtbaumarten oder die Integration von Lichtbaumarten benötigen als Verjüngungsverfahren großflächigere Eingriffe (z.B. Lochhiebe mit 1-2 Baumlängen Durchmesser). Ziele von Dauerwaldsystemen sind unter anderem eine höhere Bestandesstabilität, Resilienz, Naturnähe und ein kontinuierlich wirksamer Bodenschutz.

dGZ100

Ist der durchschnittliche Gesamtzuwachs in Vfm/ha/Jahr (Vorratsfestmeter pro ha und Jahr) der sich aus Gesamtwuchsleistung/Alter für eine unterstellte Umtriebszeit (z.B. 100 Jahre dGZ100) errechnet. Der dGZ stellt die nachhaltig jährlich zuwachsende und nutzbare Masse - bei einer der Ertragstafel annähernd entsprechenden Bestandesentwicklung - dar. Er entspricht dem Soll-Zuwachs und dem Normalhiebssatz bei ausgeglichenem Altersklassenverhältnis.

Dickung

Bestandesentwicklungsstufe über 1,3 m Höhe bis ca. 10 m Bestandeshöhe mit beginnendem Kronenschluss (ausgenommen Aufforstungen im Weitverband). Der durchschnittliche BHD liegt hierbei unter 10 cm.

Dickungspflege

Maßnahmen der negativen Auslese (Entfernen und Zurückdrängen von Individuen, welche der gewünschten Form nicht entsprechen, sowie unerwünschter Baumarten) und der positiven Auslese wie Mischungspflege, Auflockerung und Kronenpflege.

Durchforstung

Entnahme von Bäumen im Rahmen der Bestandespflege zur Erweiterung des Wuchsraumes, zur Verbesserung der Qualität des verbleibenden Bestandes, zur Begünstigung von Mischbaumarten und zur Holznutzung. Durch diese Maßnahme werden Stabilität und Vitalität des Bestandes verbessert sowie die künftige Wertleistung positiv beeinflusst. Je nach Zielsetzung können dabei Nieder- oder Hochdurchforstung unterschieden werden.

Durchlässigkeit

Maß für die Menge an Wasser in mm/d, die in einem Tag den Boden passieren kann.

E

Eignungsgebiet

Gebiet, in dem eine bestimmte Baumart eine gute bis sehr gute Standortstauglichkeit bzw. Baumarteneignung aufweist.

Einzelmischung

Beschreibt das Vorkommen mehrerer Baumarten in einem Waldbestand. Treten sie in Einzelmischung auf, können mehrere unterschiedliche Baumarten ohne räumliche Aggregation einzeln in einem Waldbestand verteilt sein.

Endnutzung

Nutzungen, die im Zeitraum der forstlichen Umtriebszeit des Bestandes liegen oder durch einen bestimmten Zieldurchmesser definiert sind. Nutzungen, die zur Bestandesverjüngung führen, sind zur Endnutzung zu rechnen.

Erosion

Unter Bodenerosion werden die Ablösung und Transport von Bodenteilchen entlang der Bodenoberfläche verstanden. Je nach Transportmedium wird zwischen Wasser und Winderosion unterschieden. Sonderformen sind Schneeschurf, Massenversatz und Umlagerungen durch menschliche Bearbeitung. Die Folgen sind verminderte Gründigkeit und eine verringerte Wasser- und Nährstoffkapazität. Die Produktivität eines Standorts wird dadurch beeinträchtigt. Im Extremfall kann es zu völligem Bodenverlust und einem Abrutschen des Bodens kommen (Muren, Hangrutschungen).

Ertragstafel

Die modellmäßige Darstellung der Entwicklung des Holzvorrates eines Bestandes von Holzarten, getrennt nach Ertragsklassen oder Bonitäten unter bestimmten Bedingungen der waldbaulichen Bestandesbehandlung. Sie ist das Ergebnis einmaliger oder wiederholter Aufnahmen einer Anzahl von ausgewählten Einzelprobeflächen, die nach Alter und Standort gestreut sind. Die enthaltenen Angaben über den Wuchsverlauf sind Mittelwerte aus statistisch meist heterogenem Material, deren Anwendbarkeit für einen konkreten Bestand sorgfältig zu prüfen ist.

Exposition

Typische, vorwiegende Ausrichtung des Waldgeländes bezogen auf die vier Himmelsrichtungen von Nord, über Ost und Süd nach West. Sie gibt auch Auskunft über die zu erwartende Wärmeversorgung.

extrazonal

Kleinflächig auftretende Vegetationstypen anderer Vegetationszonen werden als extrazonale Vegetation bezeichnet im Gegensatz zu zonaler und azonaler. Durch lokale Gegebenheiten (meist Relief) wird das Lokalklima soweit verändert, dass die (zonale) Vegetation aus benachbarten Gebieten eben extrazonal auftreten kann. Beispiele hierfür sind die submediterran geprägten extrazonalen Flaumeichenwälder am Admonter Kogel bei Graz oder die Blumeneschen-Hopfenbuchenwälder in Weiz.

F

Femelung; Femelhieb

Im ersten Schritt wird eine gruppenweise, ungleichmäßige Schirmstellung angestrebt, um Mischbestände aus Schatt- und Halbschattbaumarten zu begründen. An die Gruppenschirmstellungen schließen Rändelungshiebe an, welche eine ständige Ausweitung der Verjüngungskerne ermöglichen. Ist die ganze Fläche verjüngt, wird durch Räumungshiebe der Altholzschirm entfernt.

Frosttrocknis

Bei gefrorenem Boden und hoher Sonneneinstrahlung mit erhöhter Lufttemperatur beginnt die Assimilation der Nadeln des Nadelbaumes, ohne dass eine Wasserzufuhr aus dem Boden möglich ist. Daher kommt es zu Trockenstress.

G

Grundgestein

Für einen Waldstandort typische Gesteinsgrundlage (zumeist die Grundlage für die Bodenbildung).

Gruppenmischung

Beschreibt das Vorkommen mehrerer Baumarten in einem Waldbestand. Bei der Gruppenmischung ist die Fläche mit bis zu einem Durchmesser der umgebenden Bestandeshöhe mit einer einzigen Baumart bestockt, das sind in der Regel mehr als 5 Bäume.

H

Hangneigung

Die Hangneigung nimmt Bezug auf die Flachheit oder Steilheit des Geländes und wird in Prozent ausgedrückt. Eine Hangneigung von 100% entspricht einem Winkel von 45°. Die Hangneigung kann auch Auskunft über die zu erwartende Wasserversorgung geben.

H/D-Wert

Berechnet sich aus dem Verhältnis von Höhe [m] zu Durchmesser [cm] in Brusthöhe (Durchmesser in 1,3m über Boden). Je niedriger der h/d-Wert, desto stabiler ist der Baum gegenüber Windeinwirkung und Schneelast. Bäume mit h/d-Wert unter 80 gelten als stabil.

Höhenstufen

(Klimatische) Höhenstufen sind vertikal in Gebirgen gestaffelte Naturräume, deren Aufbau (Oberflächenformen und -prozesse, Pflanzen- und Tierwelt) sich mit steigender Seehöhe und damit abnehmenden Temperaturen (thermischer Höhengradient) sowie ggf. bewölkungs- und niederschlagsbedingt an Höhengrenzen ändert. Für die europäischen Alpen wird eine geographisch orientierte Höhenstufenbenennung von planar (Ebene) über collin zu montan und subalpin verwendet, die außerhalb des Waldes durch die Stufen alpin und nival ergänzt wird. Aufgrund des Klimawandels werden diese Höhenstufen zwar im unterschiedlichen Ausmaß jedoch so stark verändert und verschoben, dass eine Verwendung dieser Benennungen – speziell für Projektionen zukünftiger Verhältnisse - nicht angebracht erscheint. Daher werden im vorliegenden Projekt Klimazonen definiert und verwendet. In Österreich werden meist die Höhenstufen nach Kilian verwendet: Kilian W., Müller F., Starlinger F. (1994). Die forstlichen Wuchsgebiete Österreichs - Eine Naturraumgliederung nach waldökologischen Gesichtspunkten. FDK:182.3:188:(436). https://bfw.ac.at/300/pdf/1027.pdf

Horstmischung

Beschreibt das Vorkommen mehrerer Baumarten in einem Waldbestand. Kommt eine Baumart mit einer Fläche von ca. 1000-5000 m² vor, wobei der Durchmesser mindestens der Oberhöhe im Baumholz entspricht, dann spricht man von einer Horstmischung.

Humus

Synonym für die tote organische Bodensubstanz. Man unterscheidet dabei Auflagehumus (>35 Masse-% organische Substanz) und Mineralbodenhumus (Organische Substanz in den Mineralbodenhorizonten, <35 Masse-% organische Substanz) Die Humusform ist ein Indikator für die Geschwindigkeit der Umsetzung des organischen Materials.

J

Jungwuchs

Bestandesentwicklungsstufe vom Beginn der Bestandesverjüngung durch Anflug, Aufschlag oder Kultur bis zum beginnenden Bestandesschluss oder 1,3m Höhe bei Aufforstungen im Weitverband. In den Instruktionen der Feldarbeit zur Österreichischen Waldinventur wird dabei auch zwischen Jugend I und Jugend II unterschieden (ab einer Höhe von 0,5 m bis zum geschlossenen Bestand mit einer Höhe von ca. 5 m).

K

Kahlschlag

Flächige Nutzungen mit mehr als einer Baumlänge Breite und bis zu 0,2 ha im Schutzwald oder 0,5 ha im Wirtschaftswald werden als Kleinkahlschlag bezeichnet, größere als Kahlschlag. Die ökologischen Bedingungen auf der entstandenen Fläche entsprechen dabei einem Freiflächenklima.

Klimatische Wasserbilanz

Ergibt sich aus der Differenz von Niederschlag und Verbrauch (=Transpiration) durch die Vegetationsbedeckung.

Klimawandel

Der Klimawandel ist vor allem auf den erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen durch menschliches Handeln zurückzuführen. Im Zuge der resultierenden, globalen Erwärmung kommt es in Österreich zu einer erhöhten mittleren Jahrestemperatur, zu längeren Hitzeperioden, sowie zu einer saisonal und räumlich veränderten Verteilung des Jahresniederschlags. Dabei können häufigere, starke, lokal begrenzte Niederschlagsereignisse (Starkregen, Hagel) auch schwere Schäden (direkt mechanisch, aber auch indirekt durch Überflutungen, Muren, etc.) verursachen. Regionale Dürren schwächen die Widerstandskraft der Vegetation gegenüber Schaderregern und erhöhen die Waldbrandgefährdung. Die erhöhte Temperatur führt zu einem Verlust des Permafrostes in Hochlagen, was wiederum die Gefahr für Steinschlag und sogar Bergstürze erhöht. Die möglichen zukünftigen Veränderungen werden durch Szenarien beschrieben, welche unterschiedliche Treibhausgaskonzentrationen und Strahlungsantriebe unterstellen. Im Rahmen der dynamischen Waldtypisierung wurde von zwei repräsentativen Konzentrationspfaden (Representative Concentration Pathways, RCPs) ausgegangen, dem RCP 4.5 und dem RCP 8.5. Die RCPs geben dabei an, wie sich die Treibhausgas- und Aerosolkonzentrationen entwickeln müssen, um ein bestimmtes Klima zu erreichen.

Klimazone

Die Kombination von mehreren klimatischen Parametern ermöglicht die Identifizierung einer Klimazone (KLZ). Thermische Klimaindikatoren (Mittlere Jahrestemperatur, Mitteltemperatur der Vegetationszeit und des wärmsten Monats, Mittel und Minimum des kältesten Monats, mittlere tägliche Temperaturamplitude) sowie hygrische Klimaindikatoren (Jahres-Niederschlag und jener der Vegetationszeit, Sommer-Niederschlagsverhältnisse) bestimmen dabei die Ausprägung einer Klimazone (synonym wird dafür auch Waldvegetationszone verwendet). In der Steiermark wurden ingesamt elf Klimazonen definiert: Von der sehr kalten Nadelwald-Zone bis zur mäßig warmen Laubwald-Zone.

Konkurrenzvegetation

Übermäßig dicht entwickelte Kraut- oder Strauchvegetation kann die Entwicklung der Naturverjüngung beeinträchtigen und folglich das Wachstum der Jungpflanzen bremsen oder sogar verhindern. Es kann zur sogenannten „Verdämmung“ der Naturverjüngung kommen.

L

Lawinen

In Lawinenbahnen werden in der Regel alle Bäume durch die zu Tal fahrenden Schneemassen umgedrückt, geknickt oder ausgerissen. Einige Baumarten wie etwa Lärche weisen aber eine so hohe Elastizität in ihrer Jugendphase auf, dass sie diesen Prozess zum Teil überleben können. Daher sind Lawinarstandorte oftmals von Lärchen in ihrer Jugendphase bestockt. Solche Bäume erreichen Wuchshöhen von höchstens 3-5 m. Ältere Lärchen können Lawinenabgänge hingegen nicht überleben.

Lochhieb

Eine räumlich konzentrierte kleinflächige Nutzung ähnlich dem Femelschlag, allerdings werden im ersten Schritt unbestockte Bestandeslücken mit einem Durchmesser von ein bis zwei Baumlängen geschaffen, die dem Aufkommen von Naturverjüngung dienlich sind.

N

Nährstoff

Baumarten haben jeweils unterschiedliche Ansprüche an die Nährstoffversorgung im Boden. Der entsprechende Kennwert hierfür ist die Basenklasse.

nWSK

Menge an Wasser in Litern oder Millimetern pro Quadratmeter, das in pflanzenverfügbarer Form im durchwurzelbaren Mineralboden (effektiver Wurzelraum) gespeichert werden kann. Es ist u.a. abhängig von Bodenmächtigkeit und Bodenart, Porenvolumen bzw. Bodenverdichtung.

O

Oberhöhe

Auf den Erhebungspunkten konnte getrennt für die vorkommenden Baumarten in Bezug auf unterschiedliche Alter der durchschnittliche Gesamtzuwachs (dGZ) in Vorratsfestmetern pro Hektar und Jahr sowie die Oberhöhe (OH) in Metern ermittelt werden, um die Produktivität der Standorte mittels der Bonität laut Ertragstafel zu charakterisieren. Die Oberhöhe im Alter 100 (OH100) ist dabei als der Mittelwert der in dem jeweiligen Waldtyp vorkommenden Baumarten zu interpretieren.

Objektschutzwald

Wälder, die Menschen, menschliche Siedlungen oder Anlagen oder kultivierte Boden insbesondere vor Elementargefahren oder schädigenden Umwelteinflüssen schützen und die eine besondere Behandlung zur Erreichung und Sicherung ihrer Schutzwirkung erfordern

P

ph-Wert

Entspricht dem negativen dekadischen Logarithmus der H+-Ionenkonzentration im Bodenwasser. Je höher diese Konzentration, desto niedriger ist daher der pH-Wert. Er beeinflusst unter anderem die Nährstoffverfügbarkeit im Boden.

Pilze

Pilze schädigen Bäume im Besonderen, es können sowohl alte als auch junge Individuen davon betroffen sein. Im Falle des Eschentriebsterbens oder des Kieferntriebsterbens sind alle Altersklassen von der Pilzerkrankung betroffen. Die in den Hochlagen auftretenden Pilze wie Fichtennadelrost oder Schneeschimmel schädigen vorwiegend junge Baumindividuen von Fichte oder Zirbe, wenngleich der Nadelrost auch ältere Baumindividuen beeinträchtigen kann.

R

RCP

Representative Concentration Pathway Für die dynamische Waldtypisierung verwendete Szenarien, die von einer unterschiedlichen Erhöhung des Strahlungsantriebes auf der Erde in der Zukunft ausgehen, der unter anderem von der Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre beeinflusst wird. RCP stellt dabei die Abkürzung für representative concentration pathway“ („Repräsentativer Konzentrationspfad“) dar, wobei sich letzteres auf die zeitliche Entwicklung des Strahlungsantriebes bezieht. Im Rahmen der dynamischen Waldtypisierung wurde von zwei repräsentativen Konzentrationspfaden (Representative Concentration Pathways RCP 4.5 und RCP 8.5) ausgegangen, um die zukünftige Entwicklung der Klimabedingungen für die Steiermark abzuschätzen. 8.5 steht für 8,5 Watt Strahlungsantrieb pro m², der bis 2100 bei einer gleichbleibenden Handlungsweise der Menschheit zustande kommt. 4,5 Watt pro m² würde einer progressiven Klimapolitik entsprechen, die eine deutliche Reduktion und Kompensation der weltweiten Treibhausgasemissionen voraussetzen würde. Obwohl in den RCPs bewusst davon abgesehen wird, konkrete sozioökonomische Entwicklungen als realistisch zu unterstellen, wurde zur Modellerstellung ein exemplarischer Entwicklungspfad angenommen.

RCP 4.5

Zur Modellerstellung wurde ein exemplarischer Entwicklungspfad angenommen: Der Strahlungsantrieb im Jahr 2100 beträgt 4,5 W/m² im Vergleich zu 1850 Im Vergleich zur vorliegenden Fachliteratur mittlere Emissionen Stabilisierung des Strahlungsantriebes kurz nach 2100 durch relativ ambitionierte Emissionsreduktionen = Stabilisierungsszenario Geringere Energieintensität Starke Aufforstungsprogramme Abnehmende Acker- und Grünlandfläche aufgrund einer Zunahme des Ertrages und Veränderungen in der Ernährung Strikte Klimapolitik Stabile Methanemissionen Leichte Zunahme der CO2-Emissionen bis 2040, dann Abnahme Pro-Kopf-Emissionen fallen von ca. 5 t/Jahr bis 2080 auf 2,5 t/Jahr CO2-Konzentration 2100 laut CMIP5- und Erdsystemmodell-Simulationen 530 ppm CO2-Äquivalente-Konzentrationen unter Einbeziehung von CH4 und N2O 2100 laut CMIP5- und Erdsystemmodell-Simulationen 630 ppm Ausstöße sinken bis 2070 unter den heutigen Wert Anstieg der Weltbevölkerung nur auf ca. 9 Mrd.

RCP 8.5

Zur Modellerstellung wurde ein exemplarischer Entwicklungspfad angenommen: RCP 8.5 Der Strahlungsantrieb im Jahr 2100 beträgt 8,5 W/m² im Vergleich zu 1850 Im Vergleich zur vorliegenden Fachliteratur hohe Emissionen Keine politischen Anstrengungen, um die Emissionen zu reduzieren, es werden keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen, keine Anstrengungen in der Klimapolitik Innerhalb der 90. Perzentile der publizierten „business-as-usual“ Szenarien Zunehmende Treibhausgasemissionen, die zu hohen Treibhausgaskonzentrationen führen Die Treibhausgasemissionen nehmen stetig zu, 2100 dreifache CO2-Emissionen im Vergleich zu heute, Anstieg von fast 10 GtC/Jahr in der Gegenwart auf fast 30 GtC/Jahr am Ende des Jahrhunderts CO2-Konzentration 2100 laut CMIP5- und Erdsystemmodell-Simulationen 936 ppm CO2-Äquivalente-Konzentrationen unter Einbeziehung von CH4 und N2O 2100 laut CMIP5- und Erdsystemmodell-Simulationen 1313 ppm Rascher Anstieg der Methanemissionen Strahlungsantrieb gipfelt nicht bis zum Jahr 2100 Zunehmende Acker- und Grünlandfläche aufgrund des Bevölkerungswachstumes 2100 Weltbevölkerung von 12 Mrd. Menschen Geringer technologischer Fortschritt Hoher Bedarf an fossiler Energie, Anteil von fast 50 % Kohle am Energiemix Hohe Energieintensität Primärenergieverbrauch dreimal so hoch wie heute

Relief

Die Geländeform (auch „Relief“) beeinflusst u.a. die Nährstoff- und Wasserversorgung der Standorte, sowie die Gefährdung gegenüber Windeinfluss. Im Rahmen der Waldtypisierung wird dabei unterschieden nach: Rücken, Oberhang, Mittelhang, Unterhang, Graben, Ebene, Mulde und Kuppe.

Resilienz

Resilienz beschreibt die Fähigkeit eines Waldökosystems, nach einem starken Einfluss von außen (z.B. abiotische oder biotische Störung wie Dürre, Schädlingsbefall, Windwurf, Waldbrand) wieder rasch in einen bewaldeten, stabilen Zustand zurückzukehren. Hierbei hilft etwa das Vorhandensein von Verjüngungsstadien innerhalb der Waldbestände, stockausschlagfähige Baumarten, sowie das Vorhandensein einer entsprechenden Samenbank im Boden. Struktur-, Alters- und Baumartenvielfalt spielen ebenfalls eine große Rolle.

Resistenz; Widerstandsfähigkeit

Widerstandsfähigkeit (oder auch Resistenz) beschreibt die Fähigkeit eines Waldökosystems, einem starken Einfluss von außen kaum oder gar nicht zu unterliegen (u.a. trotz Trockenheit keine Schäden im Bestand, trotz kleinflächigen Schädlingsbefalls keine weitere Ausbreitung des Schädlings im Bestand oder auch trotz starken Windeinflusses kaum oder keine gebrochenen/geworfenen Bäume). Die Widerstandsfähigkeit kann durch das Vorhandensein entsprechender, geeigneter Baumarten, sowie durch eine hohe Struktur- und Altersvielfalt unterstützt werden.

Rotten

In der subalpinen Höhenzone gedeihen Fichten und Zirben oftmals in Rotten. Rotten sind gedrängt stockende Baumgruppen, welche zur Rottenaußenseite einseitig tief beastet sind und zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen wachsen, was der Rotte verbesserte Stabilität bringt (gegenüber Wind, Schnee, Kälte, etc.). Die Größe solcher Rotten kann stark variieren. Wichtig ist, dass im Zuge von Nutzungen Rotten immer als Ganzes belassen oder als Ganzes entnommen werden, sonst würde man sie destabilisieren.

S

Saumschlagverfahren

Ist ein Verjüngungsverfahren, das den durch die Nutzung bedingt fortschreitenden Bestandessaum zur Naturverjüngung oder auch zur Kunstverjüngung nutzt. Es erfolgt der Hieb aller Bäume auf einem schmalen Streifen (1-2 Baumlängen) mit vorübergehendem seitlichem Schutz des Jungwuchses zur Verjüngung von Waldbeständen. Dieses Verfahren taugt für die Begründung von Schatt-, Halbschatt- und Lichtbaumarten. Dabei ist zu beachten, dass der Hiebsfortschritt immer gegen die Hauptwindrichtung erfolgt.

Schädlinge

Bestimmte meteorologische Bedingungen und die stockenden Baumarten begünstigen die massenhafte Vermehrung von primären Schadinsekten, wie beispielsweise Buchdrucker.

Schirmschlag

Entnahme so vieler Bäume, dass ein mehr oder weniger lockerer, gleichmäßiger Schirm über der gesamten Fläche erhalten bleibt. Dabei werden in zeitlicher Abfolge Vorbereitungshieb, Besamungshieb, Lichtungshieb und der anschließende Räumungshieb unterschieden.

Schlitzhieb

Räumlich konzentrierte Hiebe werden quer zur Falllinie durchgeführt, wobei sich die Ausrichtung, Länge und Breite nach Exposition, Neigung und den zu verjüngenden Baumarten richtet. Die Breite der Schlitze soll in Falllinie gemessen eine Baumlänge nicht überschreiten, die Länge ist nicht limitiert, wird aber durch den möglichen Zuzug zum Seil begrenzt.

Schneeakumulation

In Bestandeslücken (Schneelöchern) kommt es zur Anhäufung von großen Schneemengen, die im Frühjahr nur langsam abschmelzen und so die Verjüngung beeinträchtigen bzw. Schneeschimmel begünstigen können.

Schneebruch

Die Ablagerung von großen Nassschneemengen auf dem Kronendach kann zum Abbrechen von Wipfeln oder Stämmen insbesondere im Stangenholzstadium führen.

Schneeschub

Das Schneekriechen auf Steilhängen kann Jungpflanzen entwurzeln, umknicken oder säbelwüchsige Baumindividuen bedingen.

Schutzwald

Nicht oder nicht allein der Holzerzeugung, sondern überwiegend den Schutz- und Wohlfahrtwirkungen dienende Waldbestockung. Standortschutzwald: sind Wälder, deren Standort durch die abtragenden Kräfte von Wind, Wasser oder Schwerkraft gefährdet ist und die eine besondere Behandlung zum Schutz des Bodens und des Bewuchses sowie zur Sicherung der Wiederbewaldung erfordern. Objektschutzwald: sind Wälder, die Menschen, menschliche Siedlungen oder Anlagen oder kultivierte Boden insbesondere vor Elementargefahren oder schädigenden Umwelteinflüssen schützen und die eine besondere Behandlung zur Erreichung und Sicherung ihrer Schutzwirkung erfordern.

Seehöhe

Höhe über dem Meeresspiegel. Bei steigender Seehöhe wird die Wärmeversorgung geringer, je 100m Seehöhenanstieg fällt die Jahresmitteltemperatur um ca. 0,5 °C in der Steiermark. Dieser Wert liegt im mitteleuropäischen Vergleich etwas niedriger, da viele Becken in der Steiermark anfällig sind für Kaltluftseen vor allem im Winter.

Skelettgehalt

Der Skelettgehalt [%] drückt den Anteil an mineralischen Bodenpartikeln, deren Durchmesser über 2 mm liegt, in Prozent aus.

Sonderwaldstandort

Sonderwaldstandorte sind Waldtypen mit speziellen Standorteinflüssen. Diese Einflüsse umfassen eine verstärkte Wasserversorgung (z.B. auf Hoch-, Niedermooren oder in Auen), aber auch besondere Steilheit mit ausgeprägter Schneelage oder Schneeschub, sowie nicht mehr waldfähige Standorte in Hochlagen (Krummholz). Weitere, mögliche Charakteristika sind ausgesprochen geringe Bodenauflage bzw. hohe Präsenz von Steinblöcken oder instabilem Schutt, sowie allgemein erhöhte Erosionsgefährdung.

Standortschutzwald

Wälder, deren Standort durch die abtragenden Kräfte von Wind, Wasser oder Schwerkraft gefährdet ist und die eine besondere Behandlung zum Schutz des Bodens und des Bewuchses sowie zur Sicherung der Wiederbewaldung erfordern

Stangenholz

Bestandesentwicklungsstufe von mittelalten Beständen mit begehbarem Standraum. Großteil der Stämme mit einem BHD von 10-20 cm.

Steinschlag

Herabrollende Steinblöcke oder große Steine können Stammschäden hervorrufen. In weiterer Folge können biotische Schädlinge leicht ins Holz eindringen. Dadurch kann Stammfäulnis auftreten.

T

Temperaturregime

Der Wärmeanspruch einer Baumart wird durch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Winterfrost und Spätfrost, sowie durch ihren Mindestbedarf an Tagen mit einer Tagesmitteltemperatur von mindestens 5°C charakterisiert (siehe auch Dauer der Vegetationsperiode). Auch fließt die jeweilige Frost- und Hitzeresistenz ein. Manche Baumarten können besser mit hohen oder niedrigen Temperaturen umgehen als andere.

Trockenheit

Über einen längeren Zeitraum wirksame Trockenheit kann bedingen, dass Pflanzen nicht ausreichend mit Wasser versorgt werden, jene erleiden folglich Schäden durch Trockenstress. Standörtliche Faktoren (Neigung, Exposition) können die Trockenheit begünstigen.

Trupp

Beschreibt das Vorkommen mehrerer Baumarten in einem Waldbestand. Ein Trupp sind dabei oft weniger als 5 Bäume einer Baumart im Baumholzalter, die sich von der Umgebung unterscheiden.

U

Umtriebszeit

Begriff für den mittleren, planmäßigen Produktionszeitraum, in dem eine Baumart oder ein Bestandestyp das geplante Produktionsziel (Betriebsziel) erreichen kann. Die Umtriebszeit entspricht dem durchschnittlichen Alter, in dem die Bestände oder Bestandesteile einer Baumart zur Endnutzung kommen sollen.

Umwandlung

Der schlagartige Wechsel der Betriebsart oder Baumart nach flächigem Beseitigen der bestehenden unbefriedigenden Bestockung durch Aufforstung. Verfolgt das Ziel standortstauglichere und leistungsfähigere Bestände in Hinblick auf den Klimawandel aufzubauen. Eine langsamere Alternative stellt die Überführung dar.

Unterbau

Etablierung einer zweiten Bestandesschicht unter einem älteren Bestand zur Boden- und Stammpflege. Ein Erhalt der Baumartenvielfalt wird durch Unterbau mit standortsgerechten Baumarten gewährleistet. Der Unterbau erfolgt am günstigsten gegen Ende der Dickungs- bis zum Anfang der Stangenholzstufe.

V

Vegetationsperiode

Dauer der längsten durchgehenden Periode mit einer Tages-Mitteltemperatur von mindestens 5°C. Frühere und spätere Perioden werden miteinbezogen, falls diese länger als die Summe der dazwischenliegenden Tage unter 5°C sind.

Verjüngung

Hat als Ziel die Walderneuerung. Durch entsprechende Naturverjüngungs- oder Kunstverjüngungs-verfahren wird der Bestand wiederbegründet oder kontinuierlich verjüngt.

Vernässung

Vernässung beschreibt ein Überangebot an pflanzenverfügbarem Wasser, und damit einen Mangel an Sauerstoff im Boden. Dies betrifft vor allem Standorte mit den Wasserhaushaltsstufen „nass“ und „feucht“.

Versauerung

Die Versauerung bezeichnet ein Absinken des pH-Wertes in Auflage und/oder Mineralboden. Sie ist mit dem Verlust von Nährstoffen, im humiden Klima meist durch Auswaschung, verbunden. Im mitteleuropäischen Raum ist dies ein langanhaltender natürlicher Vorgang, der durch Stoffeintrag, vor allem aber durch intensive Bewirtschaftung (z.B. Vollbaumernte, früher auch Streurechen und Schneiteln) wesentlich beschleunigt werden kann.

Vitalität

Durch die Gesundheitsmerkmale eines Baumes (u.a. Kronenlänge, Nadelfarbe, Schäden) gekennzeichneter Zustand: Vitale Bäume weisen gesundes und kräftiges Wachstum auf, sind vermehrungsfähig und widerstandsfähig gegenüber Erkrankungen aller Art.

W

Waldbrand

Durch die meteorologischen Bedingungen (Trockenperioden und Hitze), die Vegetation (insbesondere harzreiche Biomasse) und mögliche Zündquellen (Blitze, Lagerfeuer, Zigarettenstummel, Brandstiftung) wird das Auftreten von Waldbränden begünstigt. Standörtliche Faktoren (Neigung, Exposition, Seehöhe), welche die Feuchtigkeit der brennbaren Biomasse beeinflussen, können Brände zusätzlich begünstigen.

Waldgruppe

Waldgruppen (WG) werden durch die gemeinsame Betrachtung mehrerer Waldstandortseinheiten gebildet, die sich hauptsächlich in ihrer jeweiligen Nährstoff- und Wasserversorgung (BAK und WHHS) voneinander unterscheiden. Das Vorkommen bestimmter, typischer Baumarten und die vergleichbare waldbauliche Behandlung verbindet diese Waldstandortseinheiten zu einer Waldgruppe. Beispiel: Waldgruppe BU (Buchenwald-Standorte in der mäßig milden Mischwaldzone). Waldstandortseinheiten die sich durch das Vorkommen bestimmter, typischer Baumarten charakterisieren lassen und die ein vergleichbares Spektrum an waldbaulichen Maßnahmen ermöglichen werden zu Waldgruppen zusammengefasst. Bei der inhaltlichen Beschreibung der Waldgruppen wurden diese hinsichtlich der Charakteristika der vorkommenden Waldstandortseinheiten, deren Veränderung im Klimawandel, die limitierenden Faktoren und Risiken sowie die waldbaulichen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel beschrieben.

Waldstandort

Gruppierte Hauptwaldstandorteinheiten mit ähnlichen Standorteigenschaften. Waldtypen, die in der Ausprägung ihrer standörtlichen Eigenschaften ähnlich sind, benachbarte Positionen im Ökogramm einnehmen und nicht weiter unterscheidbar sind, werden zu Waldstandortseinheiten zusammengefasst.

Waldstandortseinheit

Eine abgrenzbare Einheit, die hinsichtlich ihrer Kombination aus Wasser-, Wärme- und Nährstoff-versorgung ähnliche Eigenschaften aufweist. Waldtypen, die in der Ausprägung ihrer standörtlichen Eigenschaften ähnlich sind, benachbarte Positionen im Ökogramm einnehmen und nicht weiter unterscheidbar sind, werden zu Waldstandortseinheiten zusammengefasst. Diese Waldstandorts-einheiten bilden die Basis des Modells der Hauptwaldstandorte und sind hinsichtlich der drei Dimensionen Wärmehaushalt, Wasser- und Nährstoffversorgung eindeutig codiert: ZI3ue – Zirbenwald-Standort, sehr kalt, mäßig frisch, basenarm EH34r – Eichen-Hainbuchenwald-Standort, sehr mild-mild, mäßig frisch-frisch, basenreich Diese Waldstandortseinheiten werden zu Waldgruppen zusammengefasst.

Waldstandort; Standort

Der Begriff Waldstandort wird generell verwendet, wenn in den Ausführungen zwischen Waldtyp und Waldstandortseinheit nicht explizit unterschieden wird, also auf Waldtyp und/oder Waldstandortseinheit Bezug genommen wird. Unter Standort wird dabei ganz allgemein ein Waldort mit seinen Eigenschaften hinsichtlich Wasser-, Wärme- und Nährstoff-versorgung verstanden.

Waldvegetationszone

Die Waldvegetationszone WVZ bezeichnet eine Kombination von mehreren klimatischen Parametern, welche die Identifizierung einer Klimazone ermöglicht. Thermische Klimaindikatoren (Mittlere Jahrestemperatur, Mitteltemperatur der Vegetationszeit und des wärmsten Monats, Mittel und Minimum des kältesten Monats, mittlere tägliche Temperaturamplitude) sowie hygrische Klimaindikatoren (Jahres-Niederschlag und jener der Vegetationszeit, Sommer-Niederschlagsverhältnisse) bestimmen dabei die Ausprägung einer Klimazone (synonym wird dafür auch Waldvegetationszone verwendet). In der Steiermark wurden ingesamt elf Klimazonen definiert: Von der sehr kalten Nadelwald-Zone bis zur mäßig warmen Laubwald-Zone.

Wasserhaushaltsstufe

Kennwert für die Wasserverfügbarkeit am Standort. Die Wasserhaushaltsstufe (WHHS) wird abgeleitet aus Geländewasserhaushalt, Grundwasser-/Stauwassereinfluss, sowie der Differenz zwischen Niederschlag und dem potenziell in der Vegetationsperiode durch die Vegetation verbrauchten Wasser. Im Rahmen der Waldtypisierung wird dabei unterschieden nach: sehr trocken, trocken, mäßig trocken, mäßig frisch, frisch, sehr frisch, feucht, nass.

weitere Baumarten

auch dienende Baumarten: weniger wirtschaftliche Begleitbäume, deren Hauptzweck selten die Produktion von Sägerundholz ist

Wertholz

Holz mittlerer bis stärkerer Dimension von überdurchschnittlicher Güte taugt zum Verkauf als Wertholz.

WSTO

Waldstandortseinheit - eine einzigartige Merkmalskombination unterschiedlicher Wälder

Z

Zeigerpflanzen

Häufige und charakteristische Pflanzen in der Strauch-, Kraut- und Moosschicht. Diese Pflanzen zeigen die Qualität eines Standortes z.B. hinsichtlich Nährstoff-, Wasser- und Wärmeversorgung an. Ursprünglich von Ellenberg entwickelt, wurde das System von Karrer adaptiert. Eine aktuelle Broschüre zum Thema: Schaufler J. Starlinger F. (2025). Waldpflanzen wissen alles über den Standort - Standortsdiagnose als Grundlage für die Baumartenwahl. Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), Wien, 40 Seiten. https://www.bfw.gv.at/wp-content/uploads/Zeigerpflanzen_broschuere_BFW_web.pdf

Zeigerwerte

Die Zeigerwerte beschreiben das Vorkommen einer Pflanzenart im Rahmen ihrer standörtlichen Ansprüche. Dabei werden nach Ellenberg u.a. Temperaturzeiger, Feuchtezeiger oder Reaktionszeiger unterschieden. Im Rahmen der Waldtypisierung werden die Zeigerwerte für die Pflanzen, die im betrachteten Waldtyp zu finden sind, angegeben. Damit können die Standortseigenschaften auch über die vegetationskundliche Charakterisierung zusätzlich „angezeigt“ werden.

zonal

Charakteristische Vegetation einer makroklimatisch bedingten Vegetationszone bei mittleren Standortsverhältnissen wird als zonale Vegetation bezeichnet (z.B. tiefgründige, grundwasserfreie Böden in ebener Lage bei mittlerer Wasser- und Nährstoffversorgung: Waldgruppe BU) im Gegensatz zu azonaler und extrazonaler.

Zukunftsbaum

Im Rahmen der Auslesedurchforstung ausgewählter Z-Baum eines Bestandes, der in Hinblick auf soziologische Stellung, Gesundheit und Qualität die vergleichsweise besten Eigenschaften aufweist und daher im Bestand waldbaulich gefördert wird.

Ö

Ökogramm

Beschreibt die Einordnung der Waldtypen hinsichtlich Wasser- und Nährstoffhaushalt. Dabei gibt die Abszisse die Feuchtigkeit des Standortes an (von feuchten Böden bis zum sonnexponierten und flachgründigen, sehr trockenen Fels) und die Ordinate reicht von sehr sauren bis zu kalkreichen Böden.

Ü

Überführung

Die Baumartenzusammensetzung und Struktur eines Bestandes werden in einem allmählichen Prozess, der mehrere Jahrzehnte dauern kann, verändert und das vorhandene Potential des Bestandes bestmöglich genutzt. Dabei kann z.B. eine Überführung von einem Niederwald in einen Mittel- oder Hochwald sowie von einem sekundären Nadelwald in einem standortstauglichen Laubmischwald erfolgen.